Malerei von Annegret Leiner



Am 16. November 2002 fand ab 20 Uhr das Jubiläumskonzert zum 25-jährigen Bestehen von Der Chor Pardall statt:

Es gab das wunderbare "Stabat Mater" von Dvorak, in der Ludwigskirche, dem herrlichen Stengelbau im Zentrum von Saarbrücken.

(hier ein Kommentar zum Werk)






Die Saarbrücker Zeitung berichtete am 18. November:
Das Bekenntnishafte der Partitur

Saarbrücken. 1977 gründete Hannelotte Pardall einen gemischten Konzertchor, der in den folgenden Jahren durch stimmliche Qualität, interpretatorische Detailarbeit und abwechslungsreiches Repertoire auf sich aufmerksam machte. Mittlerweile hat er sich als ein Spitzen-Ensemble etabliert, das auch über die Grenzen des Saarlandes hinaus mit werkimmanenten Deutungen anspruchsvoller Chorliteratur Maßstäbe setzt. 25 Jahre Chor Pardall - ein Jubiläum, das unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Peter Müller ein großes Festkonzert am Samstag in der Saarbrücker Ludwigskirche wert war.

Dvoraks aufwändiges "Stabat mater" schien den Sängerinnen und Sängern das geeignete Monumentalwerk für diesen Anlass zu sein. Um den sinfonischen Ausmaßen zu genügen, halfen neben dem Neuen Saarländischen Kammerorchester vier Gesangssolisten mit: Michaela Kaune (Sopran), Margarete Joswig (Alt), Ralf Simon (Tenor) und Matthias Flohr (Bass). Hannelotte Pardall war mit geometrisch abgezirkelten Dirigierbewegungen auf der Suche nach dem Bekenntnishaften der Partitur. Das wäre ihr sicher noch besser gelungen, hätte sie doch die vielen dvorakschen Andante-Schattierungen etwas charakteristischer voneinander abgesetzt.

Aber auch so wurde die außergewöhnliche sängerische Intensität des Pardall-Chores deutlich. Grundlage ist ein reiches lagenübergreifendes Reservoir an Stimmsubstanz: die Kennkarte eines überdurchschnittlichen Chores. Verbunden mit ausgefeilter Stimmbildung und nuancierter Technik ergibt sich das Bild eines gepflegten Gesangs-Ensembles von feiner Gestaltungskraft. Die Ausdrucks-Variabilität changiert je nach kompositorischer Forderung. Ob nun chromatisch abgesicherte Geschlossenheit (Nr.1), pastorale Innerlichkeit (Nr. 5) oder hymnische Steigerung (Nr. 10) - jede expressive Nuance machte die intensive musikalische Kleinarbeit deutlich, mit der der Chor den Extrakt herauspresst.






Photo von der Feier nach dem Konzert







Eine überzeugende Leistung. Durchaus starke Solistenstimmen stützten das hohe Niveau. Besonders gefielen Margarete Joswigs resonanzreicher Alt und Matthias Flohrs charaktervoller Bass mit sicheren Fundamenten in der Tiefe und weich schwingenden Mittellagen.

Das sauber intonierende Orchester mit einem stark beanspruchten Paukisten von Superpünktlichkeit grundierte nicht nur zuverlässig, sondern hatte - in der Regel zu Beginn eines jeden Satzes - auch eigenständige Gedanken zu äußern. Das Publikum in der vollbesetzten Ludwigskirche war denn auch einhellig der Meinung, etwas Besonderes gehört zu haben. PETER SCHROEDER





live-Mitschnitt: Das Finale (Nr. 10)